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Mecklenburgische Seenplatte, Neubrandenburg, Pressekonferenz, Spielplan, TOG

Man sieht es dem edlen Cover des neuen Spielzeitbuches auf den ersten Blick an: 2025/26 wird an den Theaterstandorten Neustrelitz und Neubrandenburg das 250. Bühnenjubiläum zelebriert. Und schlägt man das rund 220 Seiten starke Druckwerk auf, so findet sich im Umschlag eine Theaterchronik von 1776 bis 2026. Intendant und Operndirektor Sven Müller sprach auf der heutigen Pressekonferenz im Schauspielhaus für seine TOG von einer „Fackel, die wir übernommen haben, für eine kurze Zeit tragen dürfen, um sie dann für hoffentlich weitere 250 Jahre weiterzugeben“.
Teil der Theatergeschichte zu sein, das sei gleichermaßen Ehre, Verantwortung, und Freude. Theater sei Treiber des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens, so der Intendant. Mit dem spartenübergreifenden Pasticcio „Spielt!“ am 23. Mai 2026 im Landestheater Neustrelitz, das im selben Jahr auch nach Neubrandenburg kommt, wird das Vierteljahrtausend Theater für die Seenplatte künstlerisch gewürdigt.
Kleists „Der zerbrochne Krug“ unter freiem Himmel
250 Jahre Theater in der Region seien auch bei der Auswahl von Stoffen für die neue Spielzeit bestimmend gewesen. Gesucht wurde unter anderem nach traditionellen Stücken, die bis heute nichts an Aktualität eingebüßt haben oder in diesen Zeiten wieder brandaktuell sind, wie der neue Schauspieldirektor David Czesienski mitteilte. Das beginne schon mit Heinrich von Kleists „Der zerbrochne Krug“. Das Lustspiel wird vom 29. August bis zum 14. September auf dem Theatervorplatz in Neustrelitz gezeigt und läuft ab 13. März im Schauspielhaus Neubrandenburg.
Es reihen sich ein der Liederabend „I Can’t Dance It’s Not My Revolution“ (Premiere 27. September im Schauspielhaus, ab 9. Januar im Landestheater), William Shakespeares „Romeo und Julia“, hier inszeniert Czesienski selbst (3. Oktober Premiere Neustrelitz, ab 24. Oktober in Neubrandenburg), „Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat“ von Annett Gröschner, Peggy Mädler und Wenke Seemann, bearbeitet und inszeniert von Karin Herrmann (24. Januar Premiere Neubrandenburg, ab 10. April in Neustrelitz), die Komödie „Sein oder Nichtsein“ nach dem Film von Ernst Lubitsch (20. Februar Premiere Neustrelitz, ab 26. März in Neubrandenburg).
Den Roman „Vor dem Fest“ von Saša Stanišić hat David Czesienski für die Bühne bearbeitet und führt auch Regie (Premiere 18. April in Neubrandenburg). Darauf freut er sich sehr und hofft, dem „unglaublichen Leseerlebnis gerecht zu werden“. Im Neubrandenburger Sommerspektakel gibt es die Komödie „Glorious!“ von Peter Quilter zu erleben. Zwei Klassenzimmerstücke sind geplant, ein Familienstück und ein Weihnachtsmärchen sowie natürlich Wiederaufnahmen und Rahmenveranstaltungen. Ein Treffpunkt auch 2025/26: der Neustrelitzer Theaterkeller.
„Die Csárdásfürstin“ im Schlossgarten
Musiktheaterfreunde dürfen sich auf das auch nach fast 70 Jahren sehr gegenwärtige Erfolgsmusical „My fair Lady“ von Frederick Loewe (Premiere am 25. Oktober in Neustrelitz) freuen. Mozarts Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ wirft große Fragen auf, die auch heute stehen (Premiere 22. November. Neustrelitz), nicht minder die Märchenoper „Königskinder“ von Engelbert Humperdinck (Premiere 31. Januar in Neustrelitz). Die Operette „Frau Luna“ von Paul Lincke hat am 4. April in Neustrelitz Premiere, und bei den Festspielen im Neustrelitzer Schlossgarten wird die Operette „Die Csárdásfürstin“ von Emmerich Kálmán in der Regie von Sven Müller aufgeführt (Premiere 3. Juli 2026).
Sven Müller kündigte zudem eine Marika Rökk gewidmete musikalische Revue von Laura Schwerwitzl „Eine Nacht voller Seligkeit?“ an (Premiere 14. Februar in Neustrelitz). Als Wandelvorstellung im Schlossgarten wird „Die Geschichte vom Soldaten“ von Igor Strawinsky gespielt, Premiere am 6. Juni.
Zehn Philharmonische Konzerte
Die Neubrandenburger Philharmonie unter Generalmusikdirektor Daniel Geiss wird auch in der kommenden Spielzeit zehn Philharmonische Konzerte in der Neubrandenburger Konzertkirche und im Landestheater Neustrelitz sowie im Ernst-Barlach-Theater Güstrow geben. Zum Auftakt im September erklingen Schostakowitsch und Tschaikowski, es folgt im Oktober das Mozart-Projekt. Das Orchester ist mit Sonderkonzerten am Tag der Deutschen Einheit zu erleben, im Advent und zum Jahreswechsel, da auf vielfachen Wunsch mit Beethovens „Neunter“ am 28. Dezember in Neustrelitz und am 31. Dezember in Neubrandenburg. Neujahrskonzerte in Neubrandenburg und Waren folgen, ein große Operngala am 20. März in der Konzertkirche.
Zum 75-jährigen Bestehen der Philharmonie und zum 25. Jubiläum der Konzertkirche gibt es am 16. Juli ein Konzert, das tags darauf von den Philharmonikern auch in der Frauenkirche Dresden gespielt wird. Fortgesetzt wird das erfolgreiche Format „KlangLabor“ mit jungen Musikern der Young Academy Rostock und der Kreismusikschule Kon.centus.
Finanzierung weiter unklar
Zurück zur Theaterchronik, die tatsächlich mit der Jahreszahl 2028 endet: „Mit dem Auslaufen des Theaterpakts bleibt die Zukunft für das Theater in der Seenplatte ungewiss“, ist darunter zu lesen. Malte Bähr, Kaufmännischer Geschäftsführer, konnte auf der Pressekonferenz angesichts der finanziellen Sorgen lediglich von laufenden Gesprächen mit dem Land berichten. Zumindest gebe es keine klaren Absagen. „Man redet, wie es weitergehen kann. Eine finale Lösung gibt es noch nicht, die gute Nachricht steht aus.“
„Vielfältig, relevant, qualitätsvoll und einladend“ umriss Sven Müller abschließend die TOG-Angebote 2025/26. „Wir sind sehr gespannt auf die Umsetzung der Projekte mit unseren Kolleginnen und Kollegen.“
Spielzeitheft-Theater und Orchester Neubrandenburg Neustrelitz

