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Manchmal ist man hin- und hergerissen. Wie vorgestern, als uns in einer unserer Wesenberger Kaufhallen grüner Spargel begegnete. Da haben wir uns ob der Kalendermarke die Augen gerieben. Nee, keine Fata Morgana, aber das Studium des Etiketts stürzte uns in die Sinnkrise. Weniger, weil der Asparagus in Mexiko geerntet wurde.

Aber dass die Amis dafür gesorgt haben, dass das Edelgemüse in unserer Stadt gelandet ist, hat dann doch Beigeschmack. Wo die uns doch schmählich im Stich gelassen haben, uns zollmäßig schröpfen wollen und wir jetzt schutzlos dem Moskowiter ausgesetzt sind. Zumindest wird uns das ja von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang hierzulande aufs Brot geschmiert.

Letztlich siegte die Essfreue gegen die Appetitverderber. Und meine Holde hatte sofort ein Minimalrezept parat, wie wir die grünen Stangen in ein geniales Minimalgericht verwandeln. Zwei Bunde Spargel habe ich entholzt, in mundgerechte Stücke geschnitten und die Spitzen beiseite getan. Dann wurden zwei Zwiebeln in kleinere Stücke zerteilt. Vier größere Rispentomaten habe ich geachtelt.

In einer Wokpfanne habe ich in 50 Gramm Butter die Schaftstücke des Spargels, 150 Gramm Rohschinkenwürfel und die Zwiebelteilchen angebraten. Dann habe ich die Hitze auf mittlere Stufe reduziert, die Pfanne gedeckelt und den Inhalt zehn Minuten lang garen lassen. Die letzten zwei Minuten habe ich die Spargelspitzen und die Tomatenachtel dazugegeben. Salz, Pfeffer und die getrockneten Blättchen von drei Stängeln Thymian waren zum Finale mit von der Partie.

Inzwischen hatte die Holde ein gutes Stück Grana Padano gerieben. Den Hartkäse haben wir bei Tisch über das Gericht gestreut. Ein paar Paprika-Cracker fanden sich noch als Beilage. Dazu ein Darguner Winterbier, perfekt! Guten Appetit! Übrigens werden unsere südeuropäischen Verbündeten demnächst auch mit grünem Spargel angreifen…