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Klimaneutralität, Mecklenburg-Strelitz, Neustrelitz, Stadtwerke, Transformationsplan, Wärme

Die Stadtwerke Neustrelitz haben heute als einer der ersten Versorger in MV im Landeszentrum für erneuerbare Energien ihren vom Gesetzgeber geforderten Transformationsplan hin zu einem klimafreundlichen Wärmenetz bis 2045 präsentiert. Spätestens dann soll die Residenzstadt ohne fossile Energieträger auskommen, CO2-neutral sein. Die Ausgangsbedingungen sind bestens, kommen doch bereits heute durch das Biomasseheizkraftwerk der Stadtwerke rund 70 Prozent der Fernwärme aus erneuerbaren Energien.
Die Energielenker GmbH ist beauftragt worden, neben dem Biomasseheizkraftwerk weitere Potenziale von Neustrelitz aufzuzeigen, um aus erneuerbaren Energien Wärme zu erzeugen. Photovoltaik, Solarthermie, Wasserstoff, Tiefengeothermie. See-Wärmepumpen und die unterschiedlichsten Speicher wurden von den Experten genauer betrachtet. Letztlich geht aus der heute vorgelegten Studie hervor, dass eine Seewasser-Wärmepumpe im Zierker See und die Tiefen-Geothermie als Technologien mit Vorrang zu behandeln sind. Die Energielenker haben vier Varianten für Neustrelitz aufgezeigt, die Kombinationen von Photovoltaik, Geothermie, Biomasseheizkraftwerk, See-Wärmepumpe und Wärmespeichern darstellen.
Frank Schmetzke und Vincent Kokert, beide Geschäftsführer der Stadtwerke, stellten gegenüber der Presse klar, dass die Stadtwerke bei der Umsetzung der Planungen auf die Stadt, viele Partner und vor allem Fördermittel angewesen sind. Der Investitionsbedarf wurde einschließlich Netzausbau mit 90 bis 100 Millionen Euro angegeben. „Wir werden trotz der derzeitigen gesetzlichen Unsicherheiten auch weiterhin aufs Tempo und nicht erst die große Bugwelle abwarten“, machte Kokert deutlich. „Schnelles Handeln zahlt sich aus. Wir sind sicher, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden“, ergänzte Schmetzke.
Neben Wirtschaftlichkeit Kosten im Blick
Frank Schmetzke fügte an, dass es seinem Unternehmen wichtig sei, neben der wirtschaftlichsten Variante auch darauf zu achten, dass die sogenannten Wärmegestehungskosten nicht höher ausfallen als aktuell. „Treibhausneutralität kann nicht heißen, dass die Preise immer mehr steigen.“ In Neustrelitz solle zudem mit der Fernwärme eine energieeffiziente Heizmethode angeboten werden, sodass niemand um den Wert seiner Immobilie bangen müsse.
In allen vier heute vorgestellten Varianten spielt Tiefen-Geothermie die herausragende Rolle. Auf eine entsprechende Frage von Strelitzius sagte Kokert, dass eine gute Ausbeute unter Neustrelitz „sehr wahrscheinlich“ sei. Entsprechende Ergebnisse lägen auch aus Neubrandenburg und Waren vor. Zu erfahren war außerdem. dass die Stadtwerke trotz aller bisherigen Schwierigkeiten in den Genehmigungsverfahren die Windenergie nicht aus den Augen lassen. Gleich gar nicht stehe zur Diskussion bestehende Anlagen zurück zu bauen, bevor diese nicht zu 100 Prozent durch erneuerbare Energien ersetzt werden können.
Den zeitlichen Aufwand der von der Stadt geforderten kommunalen Wärmeplanung bezifferte Bürgermeister Andreas Grund mit ein bis zwei Jahren. Dazu müssten „vertiefende Untersuchungsaufträge“ ausgelöst werden. Außerdem gelte es, im Aufsichtsrat der Stadtwerke, in der Stadtvertretung und letztlich beim Bürger Überzeugungsarbeit zu leisten. Weichen für eine nachhaltige Stadtentwicklung habe die Stadtvertretung ja bereits vor Jahren gestellt. Noch warte man im Rathaus auf die entsprechende Richtlinie des Landes, die noch für dieses Jahr angekündigt worden ist.

Starkes Ziel! Ich selbst fange im Kleinen an – bei mir läuft inzwischen eine Wärmepumpe für den Pool. Klar, nicht zu vergleichen mit einem ganzen Wärmenetz, aber jeder Schritt in die richtige Richtung zählt.