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Erfreuliche Neuigkeiten überbrachte der Bundestagsabgeordnete Johannes Arlt dem Vorstand der Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte Alt Rehse e.V. Der Verein erhält 178.248,85 Euro im Rahmen des Förderprogramms „Jugend erinnert vor Ort“ aus Bundesmitteln. Das Programm, unterstützt von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, stärkt die Erinnerungskultur und ermöglicht Jugendlichen deutschlandweit Besuche an Lernorten der NS-Vergangenheit. Mit dem Geld wird das Projekt des Vereins „Alt Rehse revisited. Multimediale Geschichtsarbeit im ländlichen Raum“ gefördert.

Gerade in einer Zeit, in der rechtsextreme Tendenzen wieder zunehmen, wird die Bedeutung eines solchen Programms für die Vermittlung demokratischer Werte immer zentraler. Das ehemalige NS-Musterdorf Alt Rehse ist ein historisch einzigartiger Ort. Zwischen 1935 und 1941 wurden dort etwa
12.000 Beschäftigte des Gesundheitswesens ideologisch ausgebildet. Heute wird diese Geschichte von dem im Jahr 2001 gegründeten Verein durch Dauerausstellungen, Rundgänge und Seminare lebendig gehalten, und der Ort dient als Mahnmal gegen die Schrecken des Nationalsozialismus.

Das Projekt „Alt Rehse revisited. Multimediale Geschichtsarbeit im ländlichen Raum“ ist mehr als nur ein klassisches Erinnerungsangebot – Jugendliche konzipieren im Rahmen der medienpädagogischen Arbeit
neuartige Formate und setzen dabei auf moderne, multimediale Ansätze. Durch die Einbindung von Themen wie Inklusion, Migration und die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen erhalten die jungen Menschen die Möglichkeit, Geschichte einerseits aktiv und digital zu inszenieren, andererseits Geschichte und das Erinnern mit ihrer aktuellen Lebensrealität zu verknüpfen.

Für demokratische Werte sensibilisieren

Johannes Arlt

„In einer Zeit, in der die Zeitzeugen der NS-Zeit weniger und rechtsextreme Diskurse wieder mehr werden, ist es wichtig, die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wachzuhalten und Jugendliche rechtzeitig für demokratische Werte zu sensibilisieren. Mit der Förderung des Projekts leisten wir einen Beitrag zur Stärkung der Erinnerungskultur im ländlichen Raum und geben jungen Menschen die Möglichkeit, Geschichte vor Ort zu erleben und gegenwärtig zu halten“, sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Arlt.

Die Landtagsabgeordnete Dagmar Kaselitz (SPD) unterstützt die Begegnungsstätte seit vielen Jahren. Auch sie schätzt die Arbeit der Organisation und ist dankbar, dass durch die Fördermittel das Engagement des Vereins gestärkt wird. „Alt Rehse ist ein Kleinod und idyllisch gelegener Ort in meinem Wahlkreis, der zugleich Zeugnis eines dunklen Kapitels deutscher Geschichte ist. Seit der Gründung des Vereins wird hier die Geschichte aufgearbeitet und dokumentiert. In der Vergangenheit haben rechtsextreme Gruppen mehrfach versucht, diesen Ort für ihre Zwecke zu missbrauchen. Umso wichtiger ist es, das Projekt „Alt Rehse revisited. Multimediale Geschichtsarbeit im ländlichen Raum“ zu unterstützen, da es aktiv dazu beiträgt, das Verständnis für demokratische Grundprinzipien zu fördern”, sagt die Abgeordnete.

Dr. Fabian Schwanzar, Leiter der Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte Alt Rehse, sieht in der Förderung die Bestätigung der bedeutsamen wissenschaftlichen und pädagogischen Arbeit des Vereins und seiner engagierten Unterstützer. “Die EBB Alt Rehse gehört zu bundesweit zwölf Einrichtungen, die Projektmittel aus der Förderlinie „Jugend erinnert vor Ort“ erhalten. Die Gelder ermöglichen den Jugendlichen die aktive und digitale Gestaltung der Erinnerungskultur im ländlichen Raum. Damit wird Geschichte nicht nur bewahrt, sondern aus der Perspektive junger Menschen lebendig gehalten und für die Gegenwart relevant gemacht“, ergänzt Dr. Schwanzar.