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Wie zaubert man sich ein bisschen Sonnenschein an einem so trüben Novemberwochenende wie dem, was eben in den letzten Zügen liegt? Die Holde und meine Wenigkeit schwören da auf eine Kürbissuppe. Und die darf auch gern ein bisschen schärfer sein. Oder, ein bisschen mehr. Stellt man nach dem letzten Löffel echten Schweiß auf der Stirn fest und plötzlich warme Füße, dann war die Rezeptur genau richtig.

Zunächst habe ich einen 1,5 Kilogramm schweren Hokkaido-Kürbis geviertelt, ihn mit einem Löffel entkernt und das Fruchtgemüse, die Schale bleibt dran, in mundgerechte Stücke geschnitten. Dann wurden fünf Knobizehen und ein knapp daumengroßes Stück Ingwer gehackt. Drei Pfefferschoten, hier scjheiden sich mit Sicherheit die Geister, wurden entkernt und gestückelt. Schließlich habe ich noch drei Frühlingszwiebeln und eine Stange Lauch in Röllchen geschnitten. Das Grün der Frühlingszwiebeln habe ich aufgehoben, um die Suppe abschließend zu dekorieren.

50 Gramm Schinkenwürfel habe ich in ein paar Spritzern Olivenöl angebraten und beiseite gestellt. Dann wurden in einem Suppentopf in zwei Esslöffeln Olivenöl zunächst Knobi, Ingwer, Lauch und Zwiebeln angedünstet. Hinzu kamen die Kürbisstücke, ein paar Mal durchmischen und dann mit anderthalb Litern Gemüsebrühe auffüllen. Deckel drauf und die Suppe 30 Minuten bei schwacher Hitze werden lassen. Etwas Salz zugeben, wenn überhaupt, ein wenig Pfeffer hineinmahlen. Am Ende mit einer Schaumkelle etwa ein Drittel der Kürbisstücke herausnehmen, die übrige Suppe fein pürieren und die Kürbisstücke wieder zuführen. Jetzt zwei Esslöffel Naturjoghurt unterrühren, die Schinkenwürfel dürfen mit von der Partie sein, und oben drauf schmückt das Zwiebelgrün.

Ohne Gastro-Adressen nennen zu wollen, ich hatte in diesem Herbst schon zwei, nein drei Kürbissuppen. Was ihnen aus meiner Sicht sämtlich fehlte, war die Schärfe. Das ist dann Sonnenunterhang unmittelbar nach dem Sonnenaufgang, oder Abteilung Babybrei. Dabei ist scharfes Essen gesund! Und ein wenig zu kauen wissen meine bessere Hälfte und ich auch zu schätzen. Deshalb regiert in der Strelitzius-Küche der Pürierstab erst nach großzügiger Teilevakuierung der potentiellen Opfer.