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Sara Branco, Aidan Grierson, Franziska Schüller, Daisuke Sugawa und Emma Lucia Barattini (von links) tanzen „Der Tod und das Mädchen“. Alle Fotos: Theresa Lange
Kollektives „Schweben“.

Erst war das Publikum „nur“ verzaubert, dann hob es ab, und sein Beifall ging förmlich durch die Decke. Was für einen großartigen Abend hat uns die Deutsche Tanzkompanie am gestrigen Freitag im Landestheater Neustrelitz beschert! Und was für eine geniale Idee, der berührenden Hommage an Caspar David Friedrich „Der Tod und das Mädchen“ nach der Pause das launige „Schweben. Halb du, halb ich“ folgen zu lassen! Die Abfolge bot der Kompanie die Möglichkeit, ihre ganze Leistungsbreite unter Beweis zu stellen, und den Zuschauern schier grenzenloses Bühnenvergnügen.

„Der Tod und das Mädchen“, noch von Lars Scheibner choreographiert, hatte im September seine Premiere am Theater Putbus erlebt, neu einstudiert von Tänzer und Ballettmeister Vinicius da Silva. Nun hat die Produktion die Residenzstadt erreicht. Der Brasilianer da Silva hat die Chance genutzt und in das Stück viel von seinem eigenen Können einfließen lassen. Wir haben nach der Musik von Franz Schubert eine überragende Franziska Schüller im Part des Mädchens genießen dürfen, Seite an Seite tanzend mit Emma Lucia Barattini und Sara Branco, Aidan Grierson und Daisuke Sogawa. Nicht zu vergessen Axel Rothe, dessen eindrucksvolle Claudius-Rezitation vor dem berühmten Gemälde Friedrichs „Kreidefelsen auf Rügen“ die Symbiose perfekt machte. Hier ist aus Bild, Wort, Musik und Tanz tatsächlich ein eigenes Kunstwerk geschaffen worden.

Zu neuen Ufern geführt

Torsten Händler, ehemaliger künstlerischer Leiter der Kompanie, ist als Gastchoreograph an seine ehemalige Wirkungsstätte zurückgekehrt. Mit dem humorigen Stück „Schweben. Halb du, halb ich“ über das Glück und die Liebe führt er das Ensemble zu neuen Ufern. Die Uraufführung im Landestheater wurde denn auch mit enormem Applaus und Bravorufen honoriert, ja nach allen Regeln gefeiert. Schon zwischendurch hatte so mancher und so manche im Parkett Mühe, mit seiner und ihrer Begeisterung an sich zu halten. Ein Feuerwerk, was die Kompanie da kollektiv abbrannte! Unbedingt zu würdigen Emma Lucia Barattini und Aidan Grierson als sich suchendes und sich findendes Paar sowie Noé Plasencia Fernández mit seiner ungeheuren Bühnenpräsenz.

Für das Kostümbild beider Inszenierungen sorgte in bewährter Weise Nicola Clarissa Gehring. Fazit des Abends: Er war schlichtweg ein Genuss, ein Geschenk. Einmal mehr wissen wir, was wir an der Kompanie haben. Erst unlängst hat Marco Zabel, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Tanzkompanie, hier im Blog seiner Besorgnis über den Fortbestand des Ensembles Ausdruck verliehen. Wir sollten nicht müde werden, immer wieder und mit allen Mitteln um unsere Deutsche Tanzkompanie zu kämpfen.

Die Kompanie erforscht die Liebe und das Glück.
Suchen und finden sich: Emma Lucia Barattini und Aidan Grierson.
Noé Plasencia Fernández und Aidan Grierson
Franziska Schüller brilliert in „Der Tod und das Mädchen“.
Axel Rothe sorgt als Rezitator für eine Zutat zum Gesamtkunstwerk.