Schlagwörter
Deutsche Tanzkompanie, Kulturquartier, Mecklenburg-Strelitz, Neustrelitz, Tanzfest

Das war ein schöner Mittwochabend im Garten des Kulturquartiers Mecklenburg-Strelitz in der Residenzstadt. Diesmal war Petrus mit der Deutschen Tanzkompanie im Bunde und steuerte einen bilderbuchmäßigen Sonnenuntergang bei. Am Vortag hatte es noch in Strömen geregnet, das erste der beiden Tanzfeste musste abgesagt werden. Auf ausdrückliche Bitte des Ensembles gegenüber den Verantwortlichen wurde in den Saal am Riefstahlplatz ausgewichen und folglich jede Menge improvisiert. Immerhin rund 100 Besucher machten den Umzug mit.
Auch das gestrige Tanzfest erforderte Umstellung. Eine der Tänzerinnen hatte sich im Vorfeld verletzt, eine weitere ist erkrankt. Letztlich ging die Gala aber mit Bravour über die Bühne, einfühlsam moderiert vom langjährigen Ensemblemitglied Axel Rothe. Vielleicht hätte es noch ein bisschen mehr Abwechslung bei einem Best-of sein dürfen, die Kompanie kann ja eigentlich aus einem umfangreichen Repertoire schöpfen. Aber das mag Geschmackssache sein. Schon zwei Plätze weiter sah man es ganz anders, wie beim nachträglichen Plaudern zu erfahren war. Und am Ende einer prall gefüllten Spielzeit ist es sicherlich schlicht und einfach eine Frage der Kraft. Auch eine Gala will einstudiert sein. Den lang anhaltenden Beifall im sehr gut gefüllten Quartiergarten hat sich die bezaubernde Truppe mehr als verdient, die erneut ihre Virtuosität und ihre Strahlkraft unter Beweis gestellt hat.
Noch einmal brandete Beifall auf, als Marco Zabel, Geschäftsführender Direktor, verkündete, dass die Deutsche Tanzkompanie mit dem selben Ensemble in die neue Saison geht, die wieder mit hochkarätigen Produktionen und vielen Aufführungen gespickt ist. „Wir wollen den Tanz in einem Land feiern, in dem Kunst und Kultur erhalten bleiben“, betonte er. Ich habe heute Morgen noch einmal mit meinem Blogpartner gesprochen. „Für die Leute ist es einfach unvorstellbar, dass es die Tanzkompanie irgendwann nicht mehr geben könnte“, so sein Eindruck nach dem traditionellen Tanzfest, dessen Vorgänger zum Teil von Existenzkampf geprägt waren.
Vielfalt im Können und Tun
Apropos Feier: Zu Spielzeitbeginn im September sind 60 Jahre professioneller Tanz am historischen Standort Reutergarten in Neustrelitz am Riefstahlplatz 7 zu begehen. „Vielfalt im Können und Tun bleibt der Kern dieser Kompanie“, versprach Marco Zabel. Dazu gehöre „permanentes Grenzen-Überschreiten“, sich offen zeigen für die unterschiedlichsten Formate, in Kooperationen das Potenzial der Region zu unterstreichen, wie noch bis zum 3. August bei den Festspielen auf dem Schlossberg oder zuletzt beim beeindruckenden Mozart-Requiem in der Neustrelitzer Stadtkirche (Strelitzius berichtete). Den saisonalen Schlusspunkt setzen die Tänzerinnen und Tänzer am 4. August im Park des Schliemann-Museums in Ankershagen.
Die immer wieder besondere Atmosphäre, die das Kulturquartier innen und draußen auszeichnet, trug unbedingt zu Wohlgefühl und Begeisterung bei. Das konnte ich Geschäftsführerin Dorothea Klein-Onnen am Abend persönlich sagen. Sie nutzte die Gelegenheit, um erneut für das Open-air-Sommerkino ihres Hauses in Kooperation mit der Alten Kachelofenfabrik zu werben. Dazu in Kürze mehr hier im Blog.












