Schlagwörter
Bodemuseum, Münzverein, Mecklenburgische Seenplatte, Mirow, Neubrandenburg, Patenschaft

Vor über dreihundert Jahren, kurz nach der Gründung des Herzogtums Mecklenburg-Strelitz, sind in einem ganz kurzen Zeitraum von nur zwei Jahren Münzen in Mirow geprägt worden. Eine davon ist das oben abgebildete Exemplar eines Dreilings (1/192 Taler) aus der Sammlung eines Mitgliedes des Neubrandenburger Münzverein.
„Natürlich beschäftigen sich Sammler gern mit Objekten, die einen regionalen Bezug haben. Und so führt der Verein seine 2012 begonnene Praxis fort, indem er zusätzlich zu den bestehenden weitere acht Patenschaften für Mecklenburger Münzen – diesmal Mirower Gepräge – übernommen hat, die sich im Bestand des Berliner Münzkabinetts im Bodemuseum befinden. Das Geld für das Sponsoring konnte der Neubrandenburger Münzverein e.V. aus dem Verkauf der Neubrandenburger Jubiläumsmedaille 1248-2023 erwirtschaften, worauf wir natürlich ein wenig stolz sind“, schreibt mir der Schatzmeister des Vereins, Dr. Peter Worseck.
Wer Genaueres wissen möchte, kann sich die „Hinzukömmlinge“ vom Dreiling bis zum Gulden gern auf der Internetseite des Vereins ansehen. Sie sind unter Federführung des Numismatikers Dr. Johannes Eberhardt, Mitarbeiter im Bodemuseum, dokumentiert und im interaktiven Münzkatalog des Berliner Münzkabinetts als Information in Wort und Bild der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt worden.
Das Münzkabinett ist mit mehr als einer halben Million Objekten aus Funden, Ankäufen und Schenkungen eine der größten numismatischen Sammlungen der Welt, wovon den Ausstellungsbesuchern leider nur ein Bruchteil in aufwändig gestalteten Vitrinen gezeigt werden kann. An dieser Stelle kommt nun das Internet zu Hilfe, denn in der Datenbank sind mittlerweile bereits weit mehr als zehn Prozent der Münzen, Medaillen, Geldscheine und weiteren Sammlungsgegenstände von numismatischem Interesse erfasst worden. Die Berliner, die dieses Projekt 2005 initiierten, haben sich dabei im Verlauf der Jahre sinnvoller Weise mit über 30 weiteren Münzkabinetten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Griechenland in einem gemeinsamen Portal vernetzt.
Für die Übernahme neuer Patenschaften peilen die Neubrandenburger Münzfreunde übrigens die Erzeugnisse der Prägestätte Neustrelitz (1748-1795) an. Die finanziellen Mittel dafür werden nach wie vor aus dem Verkauf von Medaillen erwirtschaftet, die der Münzverein herausgegeben hat und die freundlicherweise seit Jahren durch die Touristinformation der Vier-Tore-Stadt verkauft werden.
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