Schlagwörter
Erpressung, Internet, Kriminalität, Mecklenburgische Seenplatte, Sex

Immer wieder kommt es im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg zu Anzeigenerstattungen nach sexuellen Erpressungen. Was zunächst als harmloser Flirt über ein soziales Netzwerk wie beispielsweise Snapchat, Instagram oder Facebook beginnt, endet meistens mit hohen Geldforderungen für die Opfer.
Der Begriff „Sextortion“ setzt sich aus den englischen Wörtern „Sex“ und „Extortion“ – Erpressung – zusammen. Die Täter nutzen dabei oft die Unwissenheit oder das Vertrauen der Opfer aus, um sie dazu zu bringen, intime Bilder oder Videos von sich zu machen oder bereits vorhandenes Material preiszugeben.
Andere Täter verwenden Malware, um sich Zugang zu den Computern oder Smartphones ihrer Opfer zu verschaffen. Sie können dann die Kamera oder das Mikrofon des Geräts aktivieren, um heimlich intime Aufnahmen zu machen. Oder sie greifen direkt auf bereits vorhandenes Material zu, das auf dem Gerät gespeichert ist.
Beiden Vorgehensweisen ist gemein, dass anschließend damit gedroht wird, dieses Material zu veröffentlichen, wenn das Opfer nicht bestimmte Forderungen erfüllt, wie zum Beispiel Geldzahlungen oder weitere intime Aufnahmen.
Sextortion ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein ernst zu nehmendes Kriminalitätsphänomen, dass in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnt. So wurden im Jahr 2020 im Polizeipräsidium Neubrandenburg 54 Strafanzeigen erstattet, im Jahr 2021 bereits 84 und im vergangenen Jahr 166.
Neben dem finanziellen Schaden (2020: 3.030 Euro, 2021: 22.190 Euro, 2022: 40.740 Euro) kann Sextortion auch schwerwiegende Auswirkungen auf die Psyche, das Privatleben, den Beruf oder die Beziehungen des Opfers haben, denn sie werden mit ihrer eigenen Scham erpresst.
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