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Kultur- und Literaturtage, Mecklenburgische Kleinseenplatte, Mirow, Schlussphase, Schmitt's, Unteres Schloss

Nachdem die Mirower Buchhändler Grit und Peter Schmitt im Frühjahr mit diversen Lesungen sowie dem Schauspiel über Anne Frank ihre diesjährigen Mirower Kultur- und Literaturtage starteten und Anfang Juli mit der beachtenswerten Ausstellung „abgestempelt – Judenfeindliche Postkarten“ sowie der Ausstellung „Heimische Tierwelt“ aufwarteten, geht es nun im Unteren Schloss zu Mirow in die Schlussphase ihrer diesjährigen Veranstaltungen.
Donnerstag, 20. August – Solospiel
Interessant wird es bestimmt bei dem 1999 von Steffen Kopetzky geschriebenen Monodrama „Zuverlässiger Bericht über die Schlaflosigkeit“ mit Peter Pruchniewitz am kommenden Donnerstag. Ein Mann sitzt in seinem Zimmer, auf der Suche nach Schlaf läuft er durch seine Gedanken, ordnet die Ereignisse des Tages. Satz um Satz entspannt sich eine eigene Welt, die bedrohlich und faszinierend zugleich wirkt. Wer ist dieser Mann, der rauchend und sprechend um Fassung ringt? Warum träumt er von flüchtigen Begegnungen, welche Schuld meint er auf sich geladen zu haben? In rhythmischer Sprache erzählt Kopetzkys Text von einem Schlaflosen, der in einem ewig kreisenden Zustand gefangen scheint…
Über fünfundzwanzig Jahre nach seiner Uraufführung hat dieses Stück nichts an Aktualität verloren, im Gegenteil! Angesichts unserer ruhelosen Gegenwart ist seine Dringlichkeit größer denn je. Eintritt 10 Euro.
Dienstag, 25. August – „Wenn die Lichter ausgehen„
Die bekannte Theater-und Filmschauspielerin sowie Malerin Tina Engel, die fast 25 Jahre zum Ensemble der Berliner Schaubühne gehörte und an den Theatern in Stuttgart, Zürich, am Berliner Renaissance-Theater und am Hamburger Ernst- Deutsch-Theater Regie führte, liest aus dem 1940 in New York erschienenen Zyklus von Erika Mann „Wenn die Lichter ausgehen“. Erika Mann beschreibt typische Milieus und Schicksale aus dem gleichgeschalteten Deutschland. In ihren Geschichten wird von Anpassung und Leid, Resignation und Versagen, aber auch von Mut und Menschlichkeit berichtet. Zumeist geschieht nichts Spektakuläres, doch die Not und Unzufriedenheit der Menschen sind offenkundig. Und über allem schwebt die eine große Hoffnung: dass es möglichst bald vorbei ist und die Lichter wieder angehen in Deutschland.
Es dauerte übrigens 65 Jahre, bis Erika Manns „Wenn die Lichter ausgehen“ in deutscher Sprache erschien. Eintritt frei.
Donnerstag, 27. August – Nahost
Zu Gast bei den Buchhändlern ist Muriel Asseburg mit ihren zwei Büchern „Der Nahostkonflikt“ sowie „Der 7. Oktober und Krieg in Gaza“. Muriel Asseburg, Dr. rer. pol., ist Nahostexpertin bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. Mit dem Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Krieg Israels im Gazastreifen ist der Nahostkonflikt massiv eskaliert. Muriel Asseburg erklärt, wie der Konflikt immer weitere Kreise zieht, welche Akteure involviert sind und welche Folgen er für die ohnehin fragile Region hat.
„Es ist ein mutiges Unterfangen, ein Sachbuch inmitten einer derart aufgeheizten Debatte zu schreiben. Asseburg ist erneut eine ausgewogene und informative politikwissenschaftliche Analyse gelungen.“ (Andrea Nüsse, Der Tagesspiegel, 7. April 2025)
Michael Hesse rezensierte in der Frankfurter Rundschau das Buch „Der Nahostkonflikt“, Ausgabe 2024, das die Situation in Nahost bis April 2024 umfasst. Angesichts der aktuellen Konflikteskalation bewertet er das Buch als hilfreiche Lektüre, die die Geschichte, Positionen und Perspektiven des Nahost-Konflikts unaufgeregt vermittelt. Als gewinnbringend für das Verständnis des Konflikts benennt er den Exkurs, der die Zeit vor der Staatsgründung Israels in den Blick nimmt. Souverän und differenziert wird laut Hesse auf die Eckpunkte des Konflikts eingegangen, wie den israelischen Unabhängigkeitskrieg, die Nakba, die verschiedenen Kriege, Friedensbemühungen, die Folgen des Arabischen Frühlings und die Verschiebung der Machtbalance. Eintritt 10 Euro.
Donnerstag 10. September – Als die Stolpersteine nach Mirow kamen
Brigitte Haß, Karola Kahl, Helga Wilhelm und Klaus Mewes erzählen von dem langen und mühsamen Weg, bis die Stolpersteine endlich nach Mirow kamen. Sie geben aber auch einen kleinen und kurzen Einblick über das jüdische Leben in Mirow. Eintritt frei.
Sonntag 13. September – Jüdisches Leben in Mecklenburg
Jüdisches Leben in Mecklenburg ist seit dem 13. Jahrhundert nachgewiesen. Historisch prägten bis zu 45 jüdische Gemeinden mit rund 7.000 Mitgliedern zwischen 1845 und 1945 das regionale Leben. Heute existieren in Mecklenburg-Vorpommern wieder aktive jüdische Gemeinden in Schwerin und Rostock mit insgesamt rund 1.200 Mitgliedern. Dr. Robert Kreibig nimmt uns mit auf eine kurze Reise über das jüdische Leben in Mecklenburg. Dabei wird man auch Station in Röbel machen, wo Kreibig, ein studierter Psychologe und Volkswirtschaftler, ein heruntergekommenes Gebäude, in dem sich vor dem Krieg eine Synagoge befunden hatte, restauriert und zu neuem Leben erweckt hat. Eintritt frei.
Bis auf die Veranstaltung am Sonntag, den 13. September, um 10.30 Uhr, beginnen alle Veranstaltungen um 18.30 Uhr jeweils im Unteren Schloss zu Mirow. Die Ausstellungen „abgestempelt – Judenfeindliche Postkarten“ und „Heimische Tierwelt“ können noch bis zum 13. September jeweils montags bis donnerstags von 10 bis 17 Uhr im Unteren Schloss zu Mirow besichtigt werden.