
Ich bin mir nicht mehr so ganz sicher, aber ich denke mal, dass wir den Kalbsrollbraten im Netz dort erworben habe, wo es all die schönen Sachen gibt. Jedenfalls war das Fleisch heute fällig, und das bei extrem goldigem Oktoberwetter. Bevor es an den Herd ging, haben die Holde und meine Wenigkeit noch einen sonnigen Gang am Zierker See gemacht und uns anschließend im Antiquariat am Hafen zum Aktionstag eingestellt. Zwölf Bücher für ganze fünf Euro, wenn das nicht der Hammer ist!
Aber zurück zum Essen. Mein Römertopf hat förmlich mit dem Deckel geklappert, als ihm der Eingenetzte zu Gesicht kam. Dem Fleisch habe ich allseitig Salz und Pfeffer einmassiert. Zwischenzeitlich wurde das tönerne Geschirr in der Spüle für zwanzig Minuten gewässert. Dann den Braten in das Behältnis gesetzt, ein paar Flocken Butterschmalz, zwei grob zerkleinerte Zwiebeln und fünf geviertelte Knobizehen sowie sechs in Scheiben geschnittenen kleine Möhren um das Fleisch und darauf verteilt.
Dann habe ich 250 Milliliter Fleischbrühe aufgegossen, Deckel drauf, und den Römer bei 220 Grad Ober- und Unterhitze für zweieinhalb Stunden in die Röhre geschoben. Alle 30 Minuten gab es einen Aufguss aus Fleischbrühe.
Zum Finale habe ich einen Beutel Reismischung (Basmati/Wild) gegart, 250 Gramm geviertelte Champignons und einen in Röschen zerteilten Blumenkohl, beides ordentlich gepfeffert, im Dampfgarer zubereitet. Schließlich habe ich den Braten vom Netz befreit, die Flüssigkeit aus dem Römertopf grob püriert und mit einem Becher saurer Sahne sowie einem Esslöffel Mondamin hochgekocht und die Sauce mit Petersilie veredelt.
Beim Anrichten habe ich noch ein paar Tomatenhälften bemüht. Das Mahl war schlichtweg ein Gedicht! Viel Erfolg beim Nachkochen! Was mir auch gefallen hat: Während der Braten im Ofen gedieh, ließ sich entspannt über den Pokalerfolg der TSG Neustrelitz berichten. Anschließend blieb auch noch Zeit, mit einem Bierchen auf der Terrasse den Sonnenuntergang zu erleben, die jüngsten Mails zu checken und mit dem Nachbarn zu schwatzen. Für alle, die meinen, Kochen sei Stress: In dem Fall, nicht die Bohne!





