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Michael Roggow und Richie Beat spielten bis nach Mitternacht.

„Mensch, habt Ihr es schön hier“, sprach mich am gestrigen Sonnabend nicht ohne Neid ein ehemaliger Arbeitskollege an. Wir haben uns zufällig in Blankenförde getroffen, wo zum dritten Mal „Havelrock“ angesagt war. Klar haben wir es schön in der Kleinseenplatte, von der Natur gesegnet, aber es ist besonders schön, weil hier auch Menschen zu Hause sind, die etwas bewegen. Wie Claudia Lamm und ihr Blankendütt e.V., die nach dem Tod von Festival- und Vereinsgründer Jan Kühling im Dezember 2023 in seinem Sinn den „Havelrock“ weiterleben lassen.

Es war sicherlich nicht leicht für Kühlings Lebensgefährtin Claudia Lamm, sich gestern auf die Bühne zu stellen und die vielen Besucher zu begrüßen, die trotz des zunächst miesen Wetters an die Nationalpark-Info gekommen waren. Die Vereinsvorsitzende sprach vom Gemeinschaftsgefühl, dass im Dorf herrsche. Und Musik verbinde. „Wir haben für die Fortsetzung von ‚Havelrock‘ viel gewerkelt, und jeder hat sein Bestes gegeben. Wer zusammen arbeitet, soll auch zusammen feiern.“

Sehr bewegend außerdem, dass die Enkel des Verstorbenen, Johann und Valentin, zum achtstündigen Musikprogramm beitrugen. Außerdem mit von der Partie waren die junge Singer-Songwriterin Paula mit leisen spanischen Klängen sowie die Barden Detlev, der mit Jan Kühling bei „Greyhound“ gespielt hatte, und Hoffi aus der Altmark. Liedermacher Markus Stegmann aus Rostock trat auf, Adam Sikora aus Berlin war mit musikalischem Begleiter angereist, und das Finale bestritten bis nach Mitternacht Michael Roggow und Richie Beat. Die Pausen zwischen den Acts füllte gekonnt DJ Arno Funke aus Mirow.

Großzügige Firma „Nordklang“

Kaum waren die ersten Töne erklungen, hörte es auch auf zu regnen. Und das Wetter hielt doch tatsächlich bis zum Schluss. Dafür revanchierte es sich heute. Nicht gerade toll für die Mannen der Firma „Nordklang“ aus Neustrelitz, die von sich aus kurzfristig eine professionelle Bühne angeboten und aufgebaut hatten Nun war sie unter reichlich Wasser von oben wieder abzubauen. Ein dickes Dankeschön von den „Havelrock“-Organisatoren an „Nordklang“, auf so viel Großzügigkeit trifft man selten. Kühne Projekte, mit bescheidenen Mitteln die bestehende Freilichtbühne wettertechnisch zu ertüchtigen, brauchten dadurch nicht umgesetzt zu werden. Zu danken ist auch der Stadt Mirow, die Platz und Gebäude zur Verfügung stellt.

Vom Riesling bis zur Falafel

Unbedingt zu würdigen ist die prima Versorgung mit Speis und Trank durch die Vereinsmitglieder, vom gut gekühlten Riesling bis zur Falafel im Fladenbrot. „Havelrock“ setzt schon erste Maßstäbe. Die Besucher wussten sicher auch zu schätzen, dass ihnen die Toiletten der Nationalpark-Info zur Verfügung standen, wo anderswo Dixi-Klos regieren.

Eben habe ich noch einmal mit Claudia Lamm telefoniert, die den ganzen Tag bei den Aufräumarbeiten gefordert war. Sie hat mich autorisiert mitzuteilen, dass es im kommenden Jahr die vierte Auflage von „Havelrock“ in Blankenförde geben wird. Darauf kann man sich echt freuen.

Die Vereinsvorsitzende Claudia Lamm (Zweite von rechts) mit ihren Mitstreiterinnen.
Paula mit leisen Tönen zum Auftakt.
Die Enkel Valentin…
…und Johann.
Detlev und Hoffi aus der Altmark.
Liedermacher Markus Stegmann
DJ Arno Funke
Adam Sikora (links) mit einem Kollegen