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In der neuen Halle: Sonja Berger de Neef (auf der Treppe) führt die Besucher in Bücherstube und entstehende Medienwerkstatt ein.

Wenn es anfangs viel Phantasie brauchte, jetzt zeichnen sich deutliche Konturen ab. Halb Wesenberg war auf den Beinen, um heute mit den brenn:werk-Genossenschaftern das bislang von ihnen Erreichte zu feiern. Und das kann sich wirklich sehen lassen, eine Vision wird Wirklichkeit.

Im Mittelpunkt steht natürlich der neue Hallenanbau. Die Regale der Bücherstube waren kurzerhand beiseite gerollt worden, und schon hatte sich der große, attraktive Raum in ein Café verwandelt, in dem an Kuchenbuffet und Kaffeekanne im neuen Küchenbereich geschaltet und gewaltet wurde. Viele bekannte Gesichter hier wie überall in den Servicebereichen, etliche Mitglieder des befreundeten Wesenberger Burgvereins machen auch bei der Genossenschaft mit

Mit endlich hervorkommender Sonne waren auch vor liebevollen Anpflanzungen die Terrassenplätze begehrt. Apropos Sitzplätze: Die waren überall auf dem geradezu sensationell erschlossenen Gelände zu finden, erinnert man sich an den Ursprungszustand, auf befestiger Fläche ebenso wie im Grünen, und die Ruheinseln wurden sichtlich gern angenommen. Auch im grünen Gras ließ man es sich gut gehen.

Premiere als Konzerthalle

Zurück in die Halle, die ihre Wandelbarkeit schon heute unter Beweis stellte. Auf der Treppe ins Obergeschoss trat am späteren Nachmittag der Duncker-Chor aus Berlin auf, und schon erlebte der übrigens zu mietende Anbau seine Premiere als Konzertsaal. Zuvor hatte Vorstandsmitglied Sonja Berger de Neef in die von der Stadt flankierte Bücherstube eingeführt und unter anderem von Lesepatenschaften im Zusammenspiel mit der Wesenberger Schule berichtet.

Hinter der Alten Brennerei überraschten die Festgäste Grill und Suppenstand nebst Pinsa-Verlockung, Barwagen, Whisky-Tisch und Brezel-Station. Direkt neben dem im Entstehen begriffenen „Zukunftsgarten“ eine geräumige Bühne, auf der sich am Abend Henry Bee & the Honeylickers aus Penzlin die Ehre geben sollten und sicherlich weitererzählen werden, was Wesenberg mit dem Brenn:werk für einen Zugewinn zu verzeichnen hat. Ein bisschen im Verborgenen am anderen Ende des weitläufigen Areals ein knuffiger Atelierwagen, der einen Vorgeschmack gibt auf die künftige kleinteilige Bebauung des Geländes. Das noch Potenzial hat ohne Ende.

Sehr viel positives Feedback

Ich habe mit Vorstandsmitglied Barbara Toennishen gesprochen, die eine Gruppe von rund 20 Interessierten durch Gebäude und Umland geführt hatte und den Leuten dabei Rede und Antwort nach dem Wohin stand. „Ein Tag wie heute ist super wichtig für uns, die wir eine große Herausforderung im Ehrenamt angenommen haben. Wir haben heute sehr viel positives Feedback erhalten und hoffentlich vermitteln können, dass das hier nichts Kurzatmiges ist, sondern Perspektive hat. Das wünschen sich die Wesenberger auch. Zudem gab es ein großes Verständnis dafür, dass wir auf der einen Seite viel leisten, auf der anderen Seite aber auch nicht die Schnellsten sind. Ich habe heute etliche neue Menschen kennengerlernt, die schon viel über uns wissen. Man ist also interessiert. Das ist mir wichtig, denn es gibt schon Momente, da ist man an der Grenze des Leistbaren. Es ist viel Arbeit, viel Verantwortung, und es tut gut, dass es ankommt, dass es angenommen wird, dass man sich darüber freut, was wir hier machen, dass es geschätzt wird.“

Eine Institution in der Stadt

Bürgermeister Steffen Rißmann hatte es sich nicht nehmen lassen, ein paar Worte an Gastgeber und Besucher des Festes zu richten. „Es ist mir eine große Ehre, das Projekt so ziemlich von Beginn an begleiten zu dürfen“, sagte er danach im Gespräch mit Strelitzius. „Die brenn:werk eG ist eine Institution in unserer Stadt geworden, hier entsteht ein kulturelles Zentrum, das auf dem besten Weg ist. Wesenberg entwickelt sich weiter. Ich kann getreu dem Motto „Wesenberger für Wesenberg“ nur dazu animieren mitzumachen.“ Das Stadtoberhaupt überreichte an die Brenn:werker eine Pflanze und kommentierte: „Wir brauchen kein Schwarz, kein Weiß, kein Braun, wir brauchen Bunt, viele Farben, Diversität.“

Die Herren des Berliner Duncker-Chors bei ihrem Auftritt: In der Mitte Bernhard Keller, Aufsichtsratsvorsitzender der brenn:werk eG.
Gefragter Gesprächspartner: Architekt Wito Tröschel (Zweiter von rechts).
Steffen Rißmann mit Barbara Toennishen.