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Berdermann, Carolinum, Ewald, Gymnasium, Mecklenburg-Strelitz, Neustrelitz

Astronaut Prof. Reinhold Ewald zeigte sich dieser Tage begeistert und erfreut, am Gymnasium Carolinum in Neustrelitz zu Gast zu sein. In seinem Vortrag vor den Schülerinnen und Schülern in der voll besetzten Aula ging er auf seinen Werdegang und natürlich auf seinen Weltraumflug ein. Ewald war ab 1990 im Astronautenteam vom Deutschen Luft-und Raumfahrtzentrum (DLR). Von November 1990 bis März 1992 wurde er in Moskau zum Raumfahrer ausgebildet. Der Start zu seinem ersten Raumflug erfolgte am 10. Februar 1997 mit dem Raumschiff Sojus TM-25.
Mit an Bord waren der ukrainische Kommandant Wassili Ziblijew und der russische Flugingenieur Alexander Lasutkin. Auf der Raumstation Mir trafen sie auf die Russen Waleri Korsun und Alexander Kalerisowie auf den US-Amerikaner Jerry Linenger. Auf der Mir führte Ewald verschiedene Experimente durch, beispielsweise zur Dichtigkeit der Druckanzüge.
Reinhold Ewald berichtete den Schülerinnen und Schülern auch vom Schreckensmoment am 23. Februar auf der Raumstation. An diesem Tag brach ein Feuer aus, das aber schnell gelöscht werden konnte. Reinhold Ewald sprach ebenso über die Chancen und Möglichkeiten sowie Herausforderungen der modernen Raumfahrt. Er skizzierte dabei Vorhaben von geplanten Mondmissionen bis hin zu Möglichkeiten und Voraussetzungen für einen Flug zum Mars.
Sein Appell bestand darin, dass er es uns allen wünscht, auch wenn die Zeichen der Zeit im Moment mitunter anders stehen, dass die Weltgemeinschaft gemeinsam und friedlich in der Frage des Weltraums zusammenarbeitet.
DLR-Wissenschaftler hält Vortrag zum Weltraumwetter
Dr. Jens Berdermann vom DLR aus Neustrelitz skizzierte in seinem Vortrag die Geschichte und die Auswirkungen des sogenannten Weltraumwetters. „Dieses Phänomen kennen die wenigsten, doch hat es enorme Auswirkungen auf unser Leben auf der Erde“, so Jens Berdermann.
Dr. Berdermann ging auf den englischen Astronom Richard Christopher Carrington ein, der am 1. September 1859 durch sein Teleskop eine riesige Explosion auf der Sonne, die sich als sehr heller, nur wenige Minuten andauernder Lichtblitz äußerte. Diese Explosion zählt heute zu den zehn stärksten jemals beobachteten Eruptionen.
„Aufgrund der umfassenden Auswirkungen auf das irdische Leben stellt das Weltraumwetter ein wichtiges Forschungsgebiet dar“, so Jens Berdermann.„Ziel ist es, die zu Grunde liegenden physikalischen Mechanismen zu verstehen, um derartige Ereignisse vorherzusagen oder zumindest rechtzeitig erkennen zu können, damit dann möglicherweise geeignete S chutzmaßnahmen getroffen werden können.“
Jens Berdermann betonte, dass heutzutage viele Technologien existieren, die durch das Weltraumwetter beeinflusst werden können. Energiereiche Partikelstrahlung kann die Übertragung von Mobilfunk-Satelliten direkt unterbrechen. Auch die Ausbreitungsbedingungen für die in Telekommunikations- und Navigationssystemen genutzten Funkwellen, unter anderem beim Flugverkehr, können sich unter dem Einfluss des Weltraumwetters verschlechtern.
„Die Herausforderungen für die Zukunft“, so Dr. Jens Berdermann, „bestehen darin, die Weltraumwettervorhersagen zu verbessern. Die Schwierigkeiten bestehen dabei in den geringen Vorwarnzeiten, nämlich der Zeit von den Beobachtung auf der Sonne bis zum Erreichen der Strahlung auf der Erde.“ Eine Fragerunde mit den Schülerinnen und Schülern rundete den Tag der Raumfahrt am Gymnasium Carolinum ab.


