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Ehrenbürgerwürde, Hans Lippert, Mecklenburgische Kleinseenplatte, Wesenberg

Seit gestern hat Wesenberg, wenn die Recherchen von Bürgermeister Steffen Rißmann stimmen, den ersten Ehrenbürger seiner Geschichte. Prof. Dr. Dr. Hans Lippert, dessen Familie seit mehr als zwei Jahrhunderten hier an der Woblitz ansässig ist, wurde die Auszeichnung am Freitagabend zuteil (Strelitzius berichtete kurz). Zu dem Festakt waren neben Abgeordneten der Stadtvertretung, die die Würdigung des Ausnahmemediziners beschlossen hatte, auch Vertreter von Vereinen der Stadt und der Schule im Restaurant „Zur Burg“ am Markt der Stadt erschienen. Natürlich hatte auch Lipperts Sohn Dr. Rajko Lippert, Zahnarzt in Wesenberg, mit Familie Platz genommen
Steffen Rißmann hatte für seine Laudatio eine „Steilvorlage„, wie er selber sagte, und einen „Flash“ für die Ehrenbürgerwürde an sich. Der Transplantationsmediziner Prof. Lippert war im Mai dieses Jahres mit der Paracelsus-Medaille ausgezeichnet worden, höchste Anerkennung der deutschen Ärzteschaft. Trotzdem fand der Bürgermeister auch persönliche Worte der Anerkennung „für eine herausragende Persönlichkeit national wie international, die im kollektiven Gedächtnis der Stadt bleiben soll, der Hans Lippert immer verbunden geblieben ist“.
Die Entscheidung sei letztlich ganz einfach gewesen. In einer Zeit, in der viel geredet und wenig gemacht werde, habe Lippert das Gegenteil getan, „Leistung gezeigt, anstatt Phrasen zu dreschen“. „Wir sollten die Wertschätzung der Leistung neu entdecken und wieder honorieren“, begründete das Stadtoberhaupt die Ehrenbürgerwürde für Hans Lippert.
Besonders stellte der Bürgermeister heraus, dass Prof. Lippert neben seinen außerordentlichen medizinischen Leistungen maßgeblich dazu beigetragen habe, Deutschland in Sachen Vergabe von Spenderorganen auf den „Weg der Tugend und der Rechtmäßigkeit“ zurückzuführen. Auch das werde im kollektiven Gedächtnis bleiben. Rißmann nutzte die Gelegenheit, um an die Bereitwilligkeit seiner Mitbürger zur Organspende zu appellieren.
Bescheidenheit, gegenseitiger Respekt und Hilfsbereitschaft
In seiner Dankesrede hob Prof. Lippert hervor, dass ihm Wesenberg wesentliche Voraussetzungen für seine berufliche Entwicklung mitgegeben habe. „Es war lehrreich zu erleben, wie mit schwerer Arbeit und Fleiß in der Landwirtschaft, der Holzindustrie oder in den zahlreichen Handwerksbetrieben eine Gemeinschaft funktionierte. Bescheidenheit, gegenseitiger Respekt und Hilfsbereitschaft waren eine Selbstverständlichkeit. So etwas prägt, dafür braucht man nicht zu studieren, aber mit diesen Voraussetzungen studiert es sich bewusster“, betonte der Geehrte.
Immer sei er gern nach Wesenberg zurückgekehrt, zum Elternhaus, zur Familie, zu den Freunden und Bekannten, zum Weißen See, aber auch, um sich auf dem Friedhof dankbar zu erinnern. Die Bürgerinnen und Bürger seines Heimatortes Wesenberg hätten sein Leben immer begleitet. „Glücklich in einem Beruf ist man, wenn es gelingt, in schwieriger Situation zu helfen, ein Leben zu erleichtern und dafür sorgt, dass Gerechtigkeit herrscht und die Würde jedes Einzelnen respektiert wird“, so die Maxime des prominenten Mediziners. So funktioniere Gesellschaft, so habe er es seit der Kindheit gelernt. Er sei zutiefst dankbar für die große Ehre, die ihm durch seinen Heimatort erwiesen wird.
Die Festveranstaltung wurde von ehemaligen Schülern der Kreismusikschule Kon.centus begleitet. Die jungen Streicher sind heute Studenten der Hochschule für Musik und Theater Rostock.



