Schlagwörter
Enkel, Hund, Mecklenburgische Kleinseenplatte, Mirow, Regenhose
Glosse

In meiner neueren Funktion als Großvater, sprich Opi, hat sich mein Blick für Dinge geschärft, die mich bislang eher kalt gelassen haben. Schließlich soll es dem Enkelchen an nichts fehlen. Und es gibt ja nichts, was es nicht gibt für die Lütten. Wie zum Beispiel die Regenhose, die ich dieser Tage in dem Supermarkt in Mirow entdeckt habe, wo es all die schönen Sachen gibt.
Allerdings hat mich das Fundstück jede Menge Gehirnschmalz gekostet. Zunächst habe ich im Geiste die Statur des Knaben abgerufen und bin zu einem positiven Befund gelangt. Davon abgesehen, dass so ein Schlechtwetterbeinkleid ja ruhig ein bisschen legerer sitzen kann. Dann begann ich, das Teil näher zu inspizieren, und schon hagelten die Fragezeichen auf mich nieder. Wo schlüpft man denn hier rein, wozu sind eigentlich die Bänder, sind das Träger? Nee, dann fehlt ja einer. Halte ich die Hose vielleicht verkehrt herum? Also gedreht, ohne tatsächlich zu einer Erleuchtung zu gelangen. Außen und innen kann ich ja nicht verwechselt haben, die eine Seite ist ja eindeutig gegen den Niederschlag beschichtet. Hundertprozentig dicht scheint die Büx ohnehin nicht zu sein, das kann man drehen und wenden, wie man will.
Meine Verunsicherung veranlasste mich schließlich dazu, das schützende Kleidungsstück wieder zurückzulegen, liebender Opi hin, liebender Opi her. Womit ich mich dann instinktiv vor einem Fehlkauf bewahrt habe. Denn irgendwann fiel mein Blick doch noch auf das Etikett der Ware. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil, wenn auch im konkreten Fall ein bisschen spät. Es handelte sich bei der Regenhose sogar um einen Regenmantel. Aber für nässeempfindliche Hunde. Nun krabbelt mein Nachfahre zwar auch mal auf allen Vieren, ist aber inzwischen des Laufens mächtig. Und im Regen käme er vermutlich gleich gar nicht auf die Idee, mehr als seine zwei Beine einzusetzen. Das hat er Dackel, Pinscher, Bulldogge und Windhund bereits voraus.