
Ein gutes Essen hält bekanntlich Leib und Seele zusammen. Und da es um meinen Leib momentan nicht so wahnsinnig gut bestellt ist (Strelitzius berichtete), hat es mich heute trotz aller Beschwerden an den Herd getrieben. Natürlich war nur ein schnelles Gericht drin, was ja nicht ausschließt, dass es nicht auch ein gutes ist. Ich habe eine Runde durch die Vorratsschränke in der Küche gedreht, meine mobilere Holde hat den Tiefkühlschrank im Keller inspiziert, und schon waren alle Zutaten beieinander.
Zu den Schätzen, die da auf dem Küchentresen landeten, gehörten 300 Gramm italienische Hartweizennudeln, ausdrücklich als vegan ausgewiesen. Wie sie uns ins Haus gekommen sind, wissen wir so genau nicht mehr, aber da war im vergangenen Jahr mein runder Geburtstag mit dem einen oder anderen Präsentkorb… Die edlen Linguine habe ich zwölf Minuten in sprudelndem Salzwasser gegart, abgegossen, kurz in einem Sieb abtropfen lassen. 225 Gramm Garnelenschwänze habe ich auftauen lassen und abgetrocknet. Dann habe ich eine Zwiebel gewürfelt, sechs Knobizehen gehackt und beides in 50 Milliliter Kräuter-Olivenöl, angesetzt von Nachbar Peter, angedünstet. Die Garnelenschwänze wurden dazugegeben, Deckel auf die hochbordige Pfanne und die Mischung zehn Minuten lang bei geringer Hitze werden lassen, bis die Shrimps Farbe annehmen.
Nun die gleichzeitig fertigen Nudeln in die Pfanne bringen, mit dem Inhalt gut durchmischen, kräftig pfeffern und mit zwei Teelöffeln TK-Dill abrunden. Bei Tisch kommen dann noch getrocknete Tomaten und natürlich Reibekäse zum Mahl. Wir waren sehr zufrieden, und die Therapie hat zumindest für den Moment bei mir angeschlagen. Sonne auf dem Teller, während es draußen trist ist. Viel Spaß beim Nachkochen, und guten Appetit!


Ist das mit dem Spaghettikochen, abtropfen lassen und dann erst das Drumrum zubereiten eine typisch deutsche Methode? Ich glaube schon. Mir ist da mal in einem „gutbürgerlichen“ – sich selbst aber als etwas besseres verstehendes – Restaurant eine Gulasch/Ragout-Variation mit Spaghetti serviert worden: Fein säuberlich getrennt auf einem länglichen Teller, auf der einen Hälfte das Ragout, auf der anderen, still vor sich hin trocknend/welkend die Pasta. Eine – theoretisch – wunderbare Symbiose aus beiden Teilen ließ sich nicht mehr herstellen.
Nur mal als Idee für den „Das machen wir mal wieder“-Zeitpunkt: Pfanne und Spaghettitopf gleichzeitig aufsetzen und während des Pastakochens den Pfanneninhalt zubereiten. Sind die Nudeln al dente und die Pfanne fertig, beides auf direktem Weg miteinander verbinden. Tropfnass (vielleicht nicht triefend) die italienische Sättigungsbeilage in die Pfanne geben und alles nochmal schön durchschwenken. Fertig. Gilt eigentlich für alle Pastagerichte, die auf ähnliche Art zubereitet werden. Die Kunst des Timings ist es, die Spaghetti zu dem Zeitpunkt al dente zu haben, wenn der Pfanneninhalt soweit ist. 😉
Nur mal als Idee …
Tatsächlich sind Pastatopf und Pfanne parallel betrieben worden, die Inhalte ohne Verzug zueinander gelangt. Anders kenne ich es auch nicht. Danke für den Hinweis, ich mache das mal im Text deutlicher.
Unter Voltaren – gute Besserung übrigens – schreibt man manchmal komisches Zeug. 😉