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Sollte in Wesenberg in naher Zukunft eine Murmelbahn entstehen, so könnte diese von Schülerinnen und Schülern der aktuellen siebenten Klasse der Regionalschule mit Grundschule in der Woblitzstadt inspiriert sein. Die Mädchen und Jungen haben mit ihrem Klassenleiter Ronny Piete an einem zweieinhalbtägigen Workshop im Brenn:werk zur Baukultur teilgenommen. Begleitet wurden sie von Dina Falbe (wissenschaftliche Mitarbeiterin Hochschule Wismar) und dem jungen Architekten Wito Tröschel (Canow). Dabei sind aus vor Ort gefundenen Baumaterialien in Gruppenarbeit auch sechs Murmelbahnen entstanden, die heute Vormittag nach den Projektpräsentationen sämtlich prämiert wurden – als schnellste, längste, höchste, kreativste… Anlage.

Unter den Augen von Christoph Meyn, Präsident der Architektenkammer MV, Claus Sesselmann, Landesvorsitzender des Bundes der Architekten, und Steffen Rißmann, Wesenberger Bürgermeister und 1. stellvertretender Amtsvorsteher, nahmen die Schülerinnen und Schüler auch stolz ihre Zertifikate entgegen. Thomas Hetzel, Fachreferent für zeitgemäße Lernumgebung und pädagogische Architektur vom Kooperationspartner Serviceagentur Ganztägig Lernen MV, getragen von der RAA Demokratie und Bildung MV, und Mitstreiterinnen sowie Schulleiterin Mandy Schöniger und ihr Vize Tobias Buchert hatten es sich auch nicht nehmen lassen, dem denkwürdigen Moment ebenfalls beizuwohnen.

Ideen einsammeln und mitnehmen

„Ein spannendes Projekt, mal etwas völlig Neues, etwas für die weitere Schulzeit und das Leben“, bewertete Steffen Rißmann das Projekt. „Total cool, was die Kollegen vor Ort so machen“, kommentierte Christoph Meyn das Engagement der beiden Jungarchitekten. „Das Thema Zukunft Schule ist bei uns hochaktuell“, ergänzte Claus Sesselmann „Er freue sich, hier im Brenn:werk Ideen einsammeln und mitnehmen zu können.

Wito Tröschel, der selbst in Wesenberg zur Schule gegangen ist, würdigte die tolle Mitwirkung der Schülerinnen und Schüler an dem Pilotvorhaben. Baukultur stehe bei ihm persönlich ganz obenan. Als Mitglied der Brenn:werk-Genossenschaft stellte er die Einzigartigkeit des Veranstaltungsortes heraus, für den Workshop wie geschaffen. Auch Dina Falbe äußerte sich begeistert vom Brenn:werk und seinen Gestaltungsräumen. Sie dankte den jungen Teilnehmern am Workshop für ihre Anstrengungen.

Umgebung bewusst wahrnehmen

„Baukulturelle Bildung meint die Auseinandersetzung mit der gebauten Umwelt – also mit Gebäuden, Plätzen, Landschaften und Alltagsräumen – in denen wir leben, lernen, arbeiten und uns begegnen. Sie fördert das Verständnis für Qualität, Nachhaltigkeit, Geschichte, Gestaltung und Mitwirkung in diesen Räumen“, heißt es in der Projektbeschreibung. „Baukulturelle Bildung bestärkt junge Menschen darin, ihre Umgebung bewusst wahrzunehmen, sie kritisch zu hinterfragen und aktiv mitzugestalten.“ (Bundesstiftung Baukultur)

Auch Kleinstädte wie Wesenberg verändern sich: leerstehende Gebäude, neue Wohnformen, Mobilität, Klimaanpassung – junge Menschen sollen mitreden können, wird in der Projektbeschreibung hevorgehoben. „Demokratie beginnt vor der eigenen Haustür: Wo Spielplätze, Radwege oder Jugendräume entstehen, betrifft das junge Menschen direkt. Räume prägen unser Wohlbefinden – es lohnt sich, diese mitzugestalten.“ Andererseits fördere praxisnahes Arbeiten mit Werkzeugen und kreativen Ideen Talente, die in handwerklichen und gestalterischen Berufen gefragt sind. Das Projekt vermittele konkrete Einblicke in Materialien, Planung, Gestaltung und Zusammenarbeit.

Thomas Hetzel (Mitte) bedankt sich bei Dina Falbe und Wito Tröschel.

Hier noch ein paar Bilder aus den vergangenen Workshop-Tagen, die mir die Projektverantwortlichen freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben: