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Wachtelhahn Karl lässt sich gern auch mal von Frauchen streicheln.

Auch auf die Gefahr hin, meine Leser halten mich für völlig verrückt geworden: Ich habe ein wenig Gehirnschmalz darauf verwendet, wie es wohl so wäre, ein paar Wachteln im Garten unseres Hauses zu halten. Die Schuld an diesen mich selbst überraschenden Gedankengängen trägt meine Kollegin Birgit Lorsch, die mir plötzlich und unerwartet eine Packung Wachteleier auf den Schreibtisch stellte und mich damit sozusagen angewachtelt hat.

Nachbarn in Godendorf/Teerofen sollen ob der offensichtlichen Liebe zu den Hühnervögeln – seit Frühjahr hält Birgit Lorsch Hahn Karl und seine neun Hennen in einem Luxus-Quartier – „bei Birgit möchte ich Wachtel sein“ seufzen. Mich hat schon die Begeisterung hingerissen, mit der die stets freundliche, gut gelaunte Godendorferin von ihren Tieren erzählt. Die seien so zutraulich, dass man sie sogar auf den Arm nehmen könne. Am Abend hat mich meine Kollegin gleich noch mit Bildern und einem Video (unten) eingedeckt.

Bei Birgit Lorsch möchte man Wachtel sein.

Über die Eier kann man auch nur in Verzückung geraten. Sie sind aus Gründen der Tarnung so wunderschön gesprenkelt, dass man sie eigentlich gar nicht essen möchte. Das ist, wie Kunstwerke von Mutter Natur zerstören. Und dann werden ihnen auch noch von altersher Wunderkräfte nachgesagt. Fragen Sie mal die heilige Hildegard von Bingen. Nicht zu verschweigen, dass es auch Mastwachteln gibt, da hat man schon ein bisschen was auf dem Teller. Ich war bereits unter www.wachtel-shop.com, wo es selbst Wachteleierbecher, Wachteleierlöffel, Wachteleierscheren und Wachtelshirts gibt. Um mal mit Mr. Spock vom Raumschiff „Enterprise“ zu sprechen: Faszinierend!

Die Holde und meine Wenigkeit freuen uns erst einmal auf je vier Wachteleier zum morgigen Sonntagsfrühstück. Mal sehen, ob die Rundlinge gleich wirken. Und was die Zucht angeht, unsereins muss ja auch noch Ideen für das Leben nach dem Arbeitsleben haben. Vielleicht doch lieber einen Hund? Erst mal sacken lassen.