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Irgendwie kann ich es immer noch nicht so richtig glauben. In den letzten Tagen habe ich in so manchem schwachen Moment erwogen, die Entscheidung doch noch rückgängig zu machen. Schließlich hat es das bei uns noch nicht gegeben. Von meinen Zweifeln erlöst hat mich erst unser Enkel. Der Vierjährige hat dieser Tage unser Haus betreten, in die Händchen geklatscht und entzückt gerufen: „Omi, Opi, Ihr habt aber einen schönen Weihnachtsbaum!“

Die schockierende Wahrheit ist: Wir haben erstmals gar keinen. Mit Blick vor dem 1. Advent auf den Kalender hatten die Holde und meine Wenigkeit festgestellt, dass es uns in diesem Jahr vor lauter Umtriebigkeit an Stunden mangelt, die wir tatsächlich mit einem Weihnachtsbaum in den eigenen vier Wänden hätten verbringen können. Und so folgte ich schweren Herzens dem vernunftdiktierten Vorschlag meiner besseren Hälfte, auf den Erwerb des traditionellen Jahresendgewächses zu verzichten.

Um nicht völlig der Barbarei anheimzufallen, haben wir unseren Vier-Jahreszeiten-Baum aus Rattan-Geflecht weihnachtlich dekoriert, ihn an die angestammte Stelle des abgewählten Nadelträgers geschoben und prompt das Entzücken unseres Nachfahren ernten können. So einen Weihnachtsbaum hat nicht jeder, das hat der Lütte mit seinem schon messerscharfen Verstand sofort erkannt. Und mit üppigem Adventsgesteck, Laternen, Nussknacker, Räuchermännchen, Weihnachtsmännern, Wichteln. Schneekugeln, Rentieren, Lichterketten, Herrnhuter Stern, Schwibbogen und, und, und punkten wir ja auch noch herkömmlich. Es ist vor dem Hintergrund sicherlich verfrüht, schon von Zeitenwende bei uns zu schreiben. Warten wir das Weihnachten 2026 ab. Eines ist jedenfalls so sicher wie das Amen in der Kirche: Plaste kommt mir nicht über die Schwelle!

Bleibt mir, auch im Namen der Holden, allen meinen Lesern und Partnern zu danken, die mich mit Weihnachtsgrüßen und der einen oder anderen Gabe erfreut haben. Ich verabschiede mich jetzt in den Heiligen Abend bei unseren Kindern. In deren Stube übrigens ein richtiger Weihnachtsbaum steht, auf den ich mich irgendwie freue.

Frohes Fest euch allen da draußen, euer Strelitzius