
„Du könntest endlich mal wieder kochen“, sagte meine Holde am Freitag und packte mir einen unwiderstehlichen Bund Spargel auf den Küchentresen. Recht hat sie, meine Angetraute, mein Hobby ist in letzter Zeit ein wenig ins Hintertreffen geraten. Ehe ich mich noch versah, gesellten sich ein Zucchino und eine rote Paprika zum Edelgemüse.
Meine Freunde von der TSG Neustrelitz hatten mir zum runden Geburtstag neben vielen weiteren besonderen Zutaten Knoblauchöl geschenkt. Im Hochbeet ist der chinesische Schnittlauch in Hochform, gleich daneben hat der Thymian Winterhärte bewiesen und ist Basilikum eben in die Erde gekommen. Schinkenwürfel hat meine bessere Hälfte immer vorrätig, genau wie Reibekäse aus Bella Italia. Und von meinem Pasta-Resteglas war hier im Blog schon öfter zu lesen. Diesmal fanden sich übriggebliebene 300 Gramm Tagliatelle und Penne. Schließlich brachte die Zierde meines Heims aus den Tiefen ihres Speichers auch noch getrocknete Tomaten zum Vorschein, Überraschung! Da gab es kein Halten.
Den Spargel habe ich tags darauf um seine holzigen Enden gebracht und ihn mundgerecht zerteilt. Den Spitzen habe ich aus gutem Grund einen eigenen Startplatz zugewiesen. Die Tomaten habe ich halbiert, den Zucchino gestifteln, die Paprikaschote entkernt und in schmale Streifen geschnitten.
Sensible Spitzen sollen bissig bleiben
Jetzt habe ich eine Wokpfanne mit vier Esslöffeln Knobi-Öl darin erhitzt und die 300 Gramm Schinkenwürfel angebraten. Parallel habe ich die Nudeln gegart, in ein Sieb abgegossen und geparkt. Nach dem Fleisch wanderten die Spargelteile, die Zucchino-Stifte und die Paprikastreifen in die Pfanne, mit einem Spatel habe ich die Mischung acht Minuten in Bewegung gehalten, gesalzen, gepfeffert und mit Thymian-Blättchen beglückt. Nach fünf Minuten flogen auch die sensiblen Spargelspitzen ein. Schließlich sollen auch sie bissig bleiben.
Am Ende habe ich die Nudeln und die getrockneten Tomatenstücke untergemischt, nochmals ordentlich befeuert, gepfeffert und nach drei Minuten aufgetischt. Das Essen habe ich mit Lauchröllchen und Basilikum-Blättchen garniert sowie mit frisch geriebenem Grana Padano überstreut. Dazu gab es eine Flasche Maibock aus der Darguner Brauerei (Schwarzer Netto), meine Raumteilerin gönnte sich ein Glas Riesling. Das Dessert „Chicago“ hat unser Landestheater Neustrelitz beigesteuert, wenn auch erst am Abend. Mehr dazu morgen hier im Blog.






