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Architekt, Bumeder, co:büro, Eröffnung, Mecklenburgische Kleinseenplatte, Textilgestalterin, Tröschel, Wesenberg

Wesenberg verfügt seit dem Wochenende über ein weiteres Alleinstellungsmerkmal. Direkt in der malerischen Altstadt, Mittelstraße 22, Ecke Kreuzstraße, haben sich die Textilgestalterin Paolina Bumeder und der freischaffende Architekt Wito Tröschel zusammengetan und ihr co:büro gegründet. Sehen und gesehen werden, die große Schaufensterscheibe funktioniert in beide Richtungen und unterstreicht, dass hier nicht nur ein Arbeitsort entstanden ist, sondern eine Adresse der Begegnung und des Austausches.
Während der Architekt unten seine Projekte vorantreibt (www.studiobau.land), geht es über eine Stiege ins Reich der Textilgestalterin. Dazwischen ein großer Tisch beispielsweise für Workshops vor lehmverputzten Wänden, aber auch genügend Platz etwa für Ausstellungen. Nicht von ungefähr hatten die beiden Kreativen, die sich dem ländlichen Raum verschrieben haben, zur Eröffnung die Wesenberger eingeladen, Ideen für die Woblitzstadt vorzutragen, die später gemeinsam weiterentwickelt werden können. Für Wito Tröschel schließt sich übrigens ein Kreis. Erst, nachdem er sich für das Ladenlokal entschieden hatte, erfuhr er, dass genau hier seine Großeltern einst ihre erste Wohnung hatten.
Spannend: Mit großer Neugier an die Sache heran
„Wir wollten so arbeiten, dass Leute um uns herum sind und man sich gegenseitig beeinflussen kann, um Neues entstehen zu lassen“, so die Wustrowerin Paolina Bumeder, aus Berlin in die Kleinseenplatte gezogen. „Man kann uns zugucken, und wir können der Stadt zuschauen. Auf keinen Fall wollten wir hier etwas hineindrücken, was hier nicht hinpasst. Deshalb suchen wir auch von Beginn an den Kontakt zu den Wesenbergern. Unsere Arbeit soll nicht nur Arbeit sein, sondern auch etwas Verbindendes haben, wir gehen mit großer Neugier an die Sache heran.“ Die junge Textilgestalterin, die von Socken über Accessoires bis hin zum Interieur versiert ist, will nach der Findungsphase unter anderem auch Kurse anbieten.
Dem Canower Wito Tröschel, in Neustrelitz geboren und an der Woblitz aufgewachsen, haben es unter anderem leer stehende Gebäude und deren Potenzial angetan. Ein erstes fachliches Achtungszeichen hat er bei der Wiederbelebung des brenn:werkes in Wesenberg gesetzt. „Was wir beide hier machen, ist für uns sehr spannend. Wir bündeln unsere Möglichkeiten und haben uns bewusst für die Innenstadt entschieden. Die Wesenberger können hereinkommen, sich zu ihrer Stadt äußern und wir können gemeinsam schauen, wie man sie noch besser machen kann. Das ist hier keine klassische Gewerbefläche, sondern hier sollen Impulse gesetzt werden. Was fehlt mir in meinem Lebensumfeld, was nehme ich wahr? Die Formate wollen gar nicht wir vorgeben.“
Das Interview haben wir bei bestem Wetter auf der Bank vor dem Büro geführt. Die haben die beiden Existenzgründer bewusst dorthin gestellt. Und siehe da: Die Kommunikation funktioniert auch draußen bestens.




