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Zur Halbzeit auf dem Ausbildungsmarkt in der Seenplatte sind noch 688 Jugendliche ohne Lehrstelle – neun mehr als im Vorjahr. Dem standen bis Mitte März noch 878 unbesetzte Ausbildungsplätze – 184 weniger als im Vorjahr – gegenüber. Die Neubrandenburger Arbeitsagentur erwartet noch viel Bewegung auf dem Ausbildungsmarkt, heißt es in einer Pressemitteilung. Rein rechnerisch entfallen auf jeden Bewerber 1,5 Ausbildungsstellen.

Thomas Besse. Foto: B4B MV

Anlässlich der Halbjahresbilanz am Ausbildungsmarkt resümierte Thomas Besse, Chef der Neubrandenburger Arbeitsagentur: „Die Unternehmen in der Seenplatte suchen händeringend nach Fachkräften. Daran haben auch die Pandemie, sowie die wirtschaftlichen und geopolitischen Einflüsse nichts geändert. Umso erfreulicher ist es, dass die Unternehmen im Landkreis an ihrer hohen Ausbildungsbereitschaft festhalten. Damit haben Bewerberinnen und Bewerber sehr gute Chancen, einen Ausbildungsplatz zu erhalten! Und die Wirtschaft braucht dringend junge Nachwuchskräfte zur Sicherung der Fachkräftebedarfe. Meine Empfehlung: Junge Menschen sollen den Weg einzuschlagen, der zu ihnen und ihren Talenten passt.“

Allerdings erschweren oft qualifikatorische Ungleichgewichte den Marktausgleich. “Neben dem Beruf oder der Region spielen auch Aspekte wie Schulnoten, soziale Kompetenz und auch die Art und Weise des Schulabschlusses eine bedeutende Rolle“, berichtet Besse.

“Unser Anspruch lautet: Niemand darf verloren gehen – unabhängig von seinen oder ihren Startbedingungen. Daher ist unser Ziel, präventiv und frühzeitig anzusetzen, um junge Menschen beim Übergang von der Schule zum Beruf bestmöglich zu unterstützen. Unsere Angebote berücksichtigen die individuellen Bedürfnisse der jungen Menschen. Dabei beraten wir Unabhängig, Neutral, kostenlos, gendersensibel und berücksichtigen die Gleichwertigkeit akademischer und beruflicher Bildungswege“ betonte der Arbeitsagenturchef.

37 Prozent (353) aller Bewerberinnen und Bewerber (950) konzentrieren sich ausschließlich auf einen der „Top10 Berufe“.

„Eltern sind bei der Berufswahl ihrer Kinder wichtige Ansprechpartner und Ratgeber“, weiß Besse. Allerdings sind die Ausbildungs- und Studienangebote so breitgefächert, dass ein Über- oder sogar Einblick in die Materie nicht immer leicht ist. „Zudem sind die Eltern oft mehr als 20 Jahre von der eigenen Berufsorientierung und dem Berufseinstieg entfernt. „Allein in unserem Landkreis können Jugendliche über 170 Berufe erlernen.“

Berufe, die Jugendliche als körperlich anstrengend bewerten, bei denen sie Schmutz ausgesetzt sind und zu Zeiten arbeiten müssen, die mit ihrem Freizeitverhalten kollidieren, werden gemieden. „Vor allem Fleischereien, Bäckereien, sowie die Hotellerie und Gastronomie haben es schwer, Nachwuchs zu finden“, weiß der Arbeitsagenturchef aus Unternehmergesprächen. 

Von den 950 gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber, die sich für eine duale Ausbildung interessieren, verfügen 114 über die Fachhochschul- oder Hochschulreife. Das ist ein Anteil an allen Bewerberinnen und Bewerbern von 12 Prozent und liegt leicht unter Vorjahresniveau.