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„Komm, wir ziehen in den Frieden.“ In der mehr als zwanzigjährigen Schultradition der Weihnachtskonzerte am Neustrelitzer Gymnasium Carolinum hat es einen neuen Höhepunkt gegeben. Die Schüler haben mit der gestrigen Gala so eindringlich wie nie zuvor die tiefe Sorge um unseren Planeten vermittelt. „Wir haben die Hoffnung, dass Musik Herzen verbindet und Kriege enden lässt“, sagten die Moderatorinnen Josephin Rickmann und Anna-Lena Zerbel bei der Verabschiedung. Es waren der eingangs zitierte Song von Udo Lindenberg, der „Earth Song“ von Michael Jackson, John Lennons „War is over“ und „Nach dieser Erde“ von Don McLean mit dem deutschen Text von Gerd Kern, mit dem das Ensemble Carolinum die Friedenssehnsucht der Menschen zum Ausdruck brachte.

Henry Tesch (links) dankt Reinhard Gust.

Zur Botschaft der jungen Künstler gehörte auch, den Artikel 3 aus dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland zu verlesen, in dem es heißt: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ Das Konzertpublikum in der wie immer bis auf den letzten Platz besetzten Aula der Schule dankte den Ensemblemitgliedern unter der Leitung von Maestro Reinhard Gust mit stehenden Ovationen.

Frohe Weihnachten auch für Gastschüler Diego Walter Roca Medina aus Bolivien.

Die künstlerische Qualität des Auftritts der Caroliner stand der hochpolitischen Aussage in nichts nach. Für 33 der weit über 100 Ensemblemitglieder war es das erste Mal, dass sie auf großer Bühne standen und den verdienten Jubel des Publikums für den faszinierenden Vortrag des Klangkörpers entgegennehmen durften. Der gewohnte Reigen von traditionellen deutschen und internationalen Weihnachtsliedern bis hin zu Spiritual und Pop hat auch in diesem Jahr mitgerissen. Ein zahlenmäßig starker Männerflügel hat dem Chor noch mehr Klangfarbe beschert. Auch der Kammerchor der herausragenden Stimmen hatte wohl noch nie so viele Akteure. Und die Instrumentalisten bewiesen mit der Titelmelodie der Fantasy-TV-Serie von „Game of Thrones“, dass sie ohnehin eine Klasse für sich sind. Was unbedingt auch für die Aufführung von Robert Schumanns „Knecht Ruprecht“ durch Julia Vierziger am neuen Flügel des Carolinums gilt.

Es fällt schwer, angesichts der hohen Leistungsdichte unter den vielen Solisten jemanden besonders zu würdigen. Regelrecht ausgeflippt sind die Konzertbesucher bei Clara Schades „Gold von den Sternen“ aus dem Mozart-Musical. Mir hatte es außerdem Lea Hammermeister angetan, die zwischen Veronika Fischers „Dass ich eine Schneeflocke wär“ und Melanie Thorntons „Wonderful Dream“ eine beachtliche stimmliche Reichweite offenbarte. Die Moderatorinnen Anna-Lena und Josephin glänzten auch als Solo-Sängerinnen, ebenso Lisa Günther, Leonore Klein, Lene Lexow, Maya Elgaß, Lea Gries, Muriel Rappold, Kira Schley und Antonia Krappe sowie die Sänger Paul Pankow, Nils Smetan, Richard Hünemörder und Florian Kollhoff. Danke für diesen bezaubernden Abend!

Lebensretter Hannes Schriewer

Ein besonderes Dankeschön konnte Schulleiter Henry Tesch an einen jungen Mann im Publikum aussprechen. Der heutige Student und Altcaroliner Hannes Schriewer aus Woldegk ist einer von zwei Lebensrettern, deren Namen mit dem Neustrelitzer Gymnasium verbunden sind. Seine Stammzellspende hat eine an Blutkrebs erkrankte Frau in den USA vor dem Tod bewahrt. 2017 hatten sich erstmals 120 Schüler des Gymnasiums für eine Knochenmark-Spende registrieren lassen, in diesem Jahr waren es sogar 163 (Strelitzius berichtete).

Unter dem Eindruck seiner Schüler wünschte Henry Tesch allen in der Aula Versammelten, darunter Innenminister Lorenz Caffier, CDU-Landeschef Vincent Kokert sowie Stadtpräsident Ernst-August von der Wense, frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr: „Wir können mit Hoffnung nach Hause gehen.“

Die den Bedingungen geschuldete schlechte Bild- und Tonqualität bitte ich mir nachzusehen. Tatsächlich war auch dieser Titel ganz wunderbar gesungen.