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Assemblage von Rainer Kehnscherper.

Post hat mich aus Dresden erreicht. Dort wohnen Susan und Rainer Kehnscherper, die am kommenden Sonnabend, den 6. Juli, schon zum 18. Mal mit Gästen ihr Sommerfest in Zirtow an der B 198 zwischen Wesenberg und Mirow feiern. „Und wie jedes Jahr gibt es ein kulturelles Rahmenprogramm, das es in sich hat“, so Susan Kehnscherper. Dieses Mal werden neben acht Assemblagen aus dem Projekt „Zermatt“ von Rainer Kehnscherper auch Bilder der noch unbekannten südkoreanischen Künstlerin Jakyeong Jeong zu sehen sein.

Sie wuchs in der zweitgrößten Stadt Südkoreas Busan auf und absolvierte nach der Schule ein Mechatronik-Studium in Seoul. Jakyeong Jeong arbeitete für verschiedene nationale und internationale Firmen. Das änderte sich grundlegend als sie ihren späteren Ehemann kennenlernte und sie gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter erst in Bern, dann in Bologna und nun seit fast zwei Jahren in Dresden wohnen.

Ihr Leben änderte sich grundlegend – von der arbeitenden, selbstständigen und unabhängigen jungen Frau zur Mutter und Hausfrau. Dazu kommt der extreme Kulturunterschied zwischen Korea und Europa und die Sprachbarriere die beide zusammen es nicht einfacher machten, sich in diesem neuen Leben zurecht zu finden. Neben der Familie war die Kunst ein ganz wichtiger Faktor, um mit dieser enormen Umstellung fertig zu werden. Ein ganz wichtiger Grund mit dem Malen anzufangen war, das Gefühl der Isolierung zu überwinden. Die Koreanerin widmete sich sehr intensiv der Kunst und eignete sich verschiedene Maltechniken autodidaktisch an.

Die Bilder, die beim diesjährigen Sommerfest gezeigt werden, widmen sich ausschließlich der koreanischen Geschichte und zeigen eine Reihe von Masken als auch Drachenfiguren, die in der koreanischen Mythologie eine große Rolle spielen.

Für einen Künstler ist der Schritt in die Öffentlichkeit immer ein Risiko, da er seine Arbeiten auch der Kritik des Betrachters aussetzt, und nicht jeder Künstler kann damit so einfach umgehen. Da ist auch Jakyeong Jeong keine Ausnahme, und so hat sie bisher die große Öffentlichkeit gescheut, auch wenn einiger ihrer Arbeiten in einer Ausstellung in Seoul zu sehen waren. Mittlerweile ist ihr künstlerisches Schaffen soweit gediehen, dass die Präsentation beim Sommerfest nur der erste kleine Schritt ist, dem weitere folgen sollen. Die Bilder und Assemblagen können am Sonnabend ab 18 Uhr betrachtet werden.