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Omelett

Nach zwei Wochen Abwesenheit melde ich mich aus der Küche zurück. Das vergangene Wochenende, an dem ich das Haus voller Gäste hatte, war schicksalshaft für mein heutiges Rezept. Einerseits wollten die Übernachter keine Frühstückseier, andererseits fand sich unter den Liebesgaben meiner Freunde in Anerkennung meiner kulinarischen Verdienste ein getopfter Rosmarin-Baum.

Den muss man erst einmal verbrauchen, winterhart ist er nicht. Tipp vom Nachbarn: die Nadeln einzeln oder auch zerhackt portionsweise einfrieren. Momentan ziert das Bäumchen meine Terrasse, durfte aber mit ins Bild.

Die Ausgangsbedingungen rufen geradezu nach einem Omelett, und da sind ja die Italiener durchaus erfinderisch. In der Toskana sind Speck und Käse zur frittata angesagt. In Umbrien, wohin die heutige Reise geht, steht man auf frittata con le zucchine und frittata ai funghi. Ich bringe Zucchini und Pilze erfinderisch zusammen, und für den typisch fleischfressenden Mann dürfen es auch ein paar Schinkenwürfel sein.

250 Gramm Zucchini in feine Stifte schneiden, eine Zwiebel und zwei Knoblauchzehen sehr fein hacken. 250 Gramm Champignons in dünne Scheiben schneiden. Alles mit Schinkenwürfeln und einem halben Teelöffel Rosmarin in vier Esslöffeln Olivenöl fünf Minuten sanft anbraten, salzen und pfeffern.

Sechs Eier mit sechs Esslöffeln Milch, Salz und Pfeffer verquirlen. Ein halbes Bund fein geschnittenen Schnittlauch darunter mixen. Die Eier über das Gemüse gießen und bei milder Hitze stocken lassen.

Jetzt kommt die eigentliche Herausforderung, das Wenden und die andere Seite ebenfalls backen. Am besten das Omelett auf einen Teller befördern und dann schwungvoll gewendet zurück in die Pfanne. Das scheint aber auch in Italien hin und wieder nicht zu funktionieren. Weswegen man dort alternativ aufs Wenden verzichtet, das einseitig gebackene Omelett einfach zusammenklappt und seinem weichen Innenleben ein bisschen Gemüse zugesellt.

Wir gehen von einem erfolgreichen Wendemanöver aus und streuen am Ende die andere Hälfte des Schnittlauchs über. Käse kann auch nicht schaden. Weiß man nun wieder in der Toskana und greift zum Parmesan. Buon appetito!